…wo deine Fantasie zum Leben erwacht

Petrovia

Allgemeine Hintergrundinformation:

Das Land Petrovia wurde auf dem Spiel „Tage der Tapferkeit“ 2006 vorgestellt. Auf diesem Spiel schafften es einige Charaktere, ein großes, magisches Horn zusammenzubauen und darauf einen Ton zu erzeugen. Dieser Ton bewirkte, dass in dem Land Petrovia zum ersten Mal seit 1000 Jahren die Sonne wieder aufging.

In weiterer Folge wurde dieses Land weiter ausdefiniert und ist nun ein fester Bestandteil unserer Hintergrundwelt. Es ist möglich, Charaktere zu erschaffen, die aus Petrovia kommen. Solltest du einen Ork spielen wollen, sollte Petrovia auf jeden Fall das Hintergrundland deiner Wahl sein!

Bevölkerung

Grundsätzlich sind die Petrovier, vor allem die Menschen, welche einen Großteil der Bevölkerung stellen, ein scheues und zurückhaltendes Volk. Gewohnt in einer ständigen Dunkelheit zu leben, die nur selten durch Sonne und Mond durchbrochen wird, sind sie der ständigen Furcht ausgesetzt, die der Mensch normalerweise in dieser verspürt. Die Jahrhunderte haben diese Furcht allerdings in eine Art Unwohlsein abgeschwächt, die die Petrovier einfach nur mehr äußerst misstrauisch allem und jedem gegenüber sein lässt. Fremde werden zwar geduldet, sofern sie nicht offensichtlich Unruhestifter oder Bösewichter sind, aber gemieden. Sollte sich allerdings jemand als Freund hervortun, und zwar in Worten wie Taten, so sind sie wahrscheinlich eines der herzlichsten Völker, die diese Welt bevölkern. Mit einem Freund werden sie das wenige teilen, das sie haben, ihn herzlich drücken (Rippenbruchgefahr) und gleichsam in die Familie aufnehmen. Ein Schluck ihres Nationalgetränks, das sie liebevoll „Wässerchen“ nennen, ist ihm auf jeden Fall sicher. Dieses Getränk bevorzugen sie auch bei ihren Feiern, die vor allem durch eines zu erkennen sind: lautes, herzhaftes Lachen. Abgesehen von den Menschen in Petrovia gibt es da noch die Zwerge, die das umliegende Gebirge bevölkern, und die beinahe die einzigen Handelspartner darstellen, die die Menschen dort haben. Zwerge sind Zwerge sind Zwerge. Außerdem gibt es noch ein Volk von Gnomen, die sich im Dunklen Land angesiedelt haben, und ihnen ist es zu verdanken, dass die lichtliebende Gattung Mensch überhaupt noch in diesem Landstrich anzufinden ist. Sie selbst nennen sich die „Inkenjeri“ und sind vor allem Erfinder und Ingenieure. Das Vorhandensein thermischer Aktivitäten hat dieses Volk vor etlichen Jahrhunderten dazu gebracht, sich in Petrovia anzusiedeln, weil es unbedingt die energiereiche Landschaft für ihre Konstruktionen, Maschinen und Erfindungen nutzbar machen wollte. Oft kann man im Dunklen Land auf stählerne Rohrleitungen treffen, aus der hie und da Dampf entweicht, die nirgendwo hinführt und dort im Erdboden verschwindet. Was die Gnome wirklich alles unter der Erde versteckt konstruiert und gebaut haben, vermögen die Götter zu sagen, Tatsache allerdings ist, das viele der größeren Siedlungen einen beleuchteten Dorfplatz besitzen, der über solche Rohrleitungen gespeist wird. Wie genau das funktioniert, wissen die ansässigen Gnome, die mitunter sogar ihre Häuser auf diese Weise beleuchten. Dass sie warmes Wasser in ihren „Bädern“ besitzen versteht sich für die Gnome von selbst. Manchmal gibt es in den Dörfern sogar von Gnomen betriebene Badehäuser, die heißes Wasser tief aus dem inneren des Landes herleiten. Die einzigen menschlichen Behausungen, die in den Genuss von fließendem warmem Wasser kommen sind die Burg des Zaren, die beiden Ordensburgen und einige wenige Gutshöfe Adliger.

Die Orks

Kurz nachdem Petrovia wieder erleuchtet wurde und die Grenzen zur Außenwelt wieder geöffnet wurden, siedelten sich eine große Zahl von Orks in Petrovia an. Angeführt vom Schamanen Gnak Prak boten die Orks ihre Hilfe beim Kampf gegen dunkle, nekromantische Kräfte an und unterstützten das junge Zarenpaar. Die Ansiedlung der Orks in Petrovia funktionierte sehr gut, da die rauen, herzlichen Petrovianer mit der rauen, herzlichen Art der Orks gut zurecht kamen. Zwar bleiben beide Völker im Großen und Ganzen eher unter sich in ihren eigenen Siedlungen, aber sie respektieren sich gegenseitig.

Die Orks leben in Dörfern und pflegen eine Stammeskultur. Anführer sind die Stammeshäuptlinge und die Schamanen. Nur wenige Orks betreiben Landwirtschaft, sie eignen sich besser als Jäger, Krieger oder für andere grobe Arbeiten. Hauptsächlich stellen sie ihre Kampfeskraft dem petrovianischen Heer zur Verfügung, seltener fahren sie zur See oder wählen den Handel als Beruf.

  1. Wichtige Institutionen

2.1. Das Zarenpaar

2.2. Der Orden der Gestirne

Der Orden ist eine alteingesessene Einrichtung des Dunklen Landes, der sich mit den Problemen desselben beschäftigt, sich um die Probleme der Bevölkerung und des Adels (vorrangig des Zaren) kümmert, Wissen sammelt und bewahrt und das Dunkle Land gegen Feinde, innere wie äußere, verteidigt. Dem Orden beizutreten bedeutet, sich für ein Leben lang zu verpflichten. Auf jeden Fall wird es als Ehre angesehen, vom Orden aufgenommen zu werden, allerdings gibt es auch die Möglichkeit, anstatt einer Strafe für begangene Übeltaten als Laienmitglied dem Orden beizutreten (Ausnahme sind lediglich Verbrechen, auf die die Todesstrafe steht). Vom Orden aufgenommen zu werden bedeutet, die frühere Rechtsperson abzulegen und ein neuer Mensch zu werden. Was immer früher geschehen sein mag, welche Reputation oder finstere Geschichte ein Mensch auch haben mag, sie bedeuten im Orden nichts. Nur Verdienste für das Land, als Ordensmitglied vollbracht, zählen in Bezug auf Beförderungen und Nachfolgen. Der Orden besitzt zwei große Gruppierungen, die jede für sich an einem Ende des Dunklen Landes eine Ordensburg bewohnen und bewirtschaften. Beide Orden haben fahrende Mitglieder, die das Land nach Kindern und Willigen durchforsten, die die nötigen Fähigkeiten und den nötigen Einsatz zeigen, um Mitglied im Orden zu werden.

Struktur:

Die Äbtissin oder der Abt: Als oberste Führungsperson des Ordens erstrecken sich die Aufgaben auf Verwaltung und Organisation desselben. Äbtissin oder Abt arbeitet eng mit dem jeweils regierenden Zaren zusammen. Sie oder er erhebt die Junker in den Knappenstand und ernennt sie später zu Rittern des Ordens. Alle 14 Jahre wechselt die Position des Abtes von einem Gelehrten Vater zu einer Ehrwürdigen Mutter und umgekehrt, wobei dazu keine Wahl durchgeführt wird. Die Äbtissin oder der Abt ist niemandem Rechenschaft schuldig, obwohl er/ sie sich gern mit dem König berät.

Der Gelehrte Vater / Die Gelehrte Mutter – Die Ehrwürdige Mutter / Der Ehrwürdige Vater: Sie werden aus den Reihen der Magier / Kleriker von den Rittern des jeweiligen Unterordens gewählt. Die Amtszeit endet mit dem Tod oder durch die Ernennung zur Äbtissin oder zum Abt. Allerdings kann jede/r sein Amt auch niederlegen, sollte dies gewünscht sein. Sie sind dem Abt Rechenschaft schuldig.

Der Waffenmeister oder die Waffenmeisterin: wird aus den Reihen der Ritter von den Priestern / Magiern gewählt. Die Amtszeit währt entweder acht Jahre, bis zum Tod oder bis das das Amt niedergelegt wird. Er oder sie ist quasi der Anführer des „kämpfenden“ Teils des Ordens. Er oder sie ist dem Abt Rechenschaft schuldig.

Der Erste Ritter: Er fungiert als rechte Hand des Waffenmeisters und wird entweder vom Waffenmeister oder dem Abt mit Aufträgen versorgt. Er gilt als Diplomat und darf im Ausland Entscheidungen das Land betreffend treffen. Der König kann einen gewählten Ersten Ritter ablehnen und einen eigenen Vertreter wählen, sollte die gewählte Person nicht seinen Vorstellungen entsprechen (allerdings nur im Bezug auf Auslandsaufträge).

Allgemein gültige Regeln des Ordens der Gestirne: • Gehorsamkeit gegenüber Höhergestellten • Treue • Einheit • Hilfsbereitschaft • Vorurteilsfreiheit • Gnade

2.2.1. Der Orden der Sonne

Dieser Teil des Ordens zeichnet sich vor allem durch innige Liebe zu der Gottheit Bharray aus. Einige Mitglieder sind wahre Kleriker und werden von der Bevölkerung als Ehrwürdige/r Schwester/Bruder Mutter/Vater bezeichnet. Sie geben dem Land und der Bevölkerung den nötigen religiösen Halt, den diese in diesem Land dringend braucht. Den zweiten Teil des Ordens bilden die so genannten Ritter des Ordens der Sonne. Sie sind in ihrem Glauben gefestigte und beinahe heilige Kämpfer für das Dunkle Land (Paladine). Und natürlich gibt es die Laienbrüder und –schwestern, die je nach Glaube, Hingabe und Einsatz auch in höhere Ränge aufsteigen können. Die Novizen sind regulär aufgrund ihres Glaubens und ihrer Fähigkeiten rekrutierte Mitglieder des Ordens, die vor allem während der ersten Jahre dieselben Arbeiten verrichten wie die Laienmitglieder, um dienen zu lernen. Der Orden untersteht dem jeweiligen Abt/Äbtissin und dem König. Ordensregeln des Ordens der Sonne: • Glaube: An die Sonne als Erschafferin alles Lebens und an Bharray als Beschützerin des Lebens; • Mut: Jenen zu helfen, die Hilfe benötigen • Achtung alles Lebens: Um zu Überleben muss man töten, doch wenn ein Tod verhindert werden kann, so soll er verhindert werden. In der Schlacht ist jedes Leben zu schützen, alles was dem Leben entgegensteht ist zu bekämpfen. • Toleranz: Niemandem darf etwas aufgezwungen werden, dass ihm schaden kann. Jeder soll tun dürfen, nach was ihm der Sinn steht, solange er niemand anders dadurch schadet. Niemand soll ver- oder beurteilt werden, bis auch seine Meinung dargebracht ist.

2.2.2. Der Orden des Mondes

Während der Orden der Sonne vor allem klerikale Macht repräsentiert, handelt es sich beim Schwesterorden um eine Vereinigung von Magiebegabten verschiedener Ausrichtung, die eines gemeinsam haben: sie nützen ihre Macht zum Wohle des Landes. Die Magier und Magierinnen nennt man Gelehrte/r Schwester/Bruder Mutter/Vater. Die Kämpfer heißen Ritter des Ordens des Mondes und sind bis zu einem gewissen Grad mit Magie vertraut. Auf jeden Fall verstehen sie sich darauf, sowohl Dunkelheit als auch Licht zu beschwören, weil beides wichtige Aspekte ihres Landes sind. Natürlich gibt es auch in diesem Orden Novizen und Laienmitglieder. Die Umgangsformen untereinander sind dieselben wie im Orden der Sonne. Ordensregeln des Ordens des Mondes: • Wissen: Das Sammeln, Erforschen und Verbreiten von Wissen, sowohl weltlicher als auch arkaner Natur, sind das oberste Credo des Ordens. Niemals darf jemandem Wissen aufgezwungen werden, da jeder Geist als frei erachtet wird. • Verteidigung: Der Orden des Mondes hat in Krisenzeiten in der ersten Reihe zu stehen und Bedrohungen auszuschalten. Die Ritter werden den Voivoden und Bojaren als Berater zur Seite gestellt, was sie vom Einsatz in vorderster Front nicht abhalten darf. • Gerechtigkeit: In Gebieten, wo der Weg zum zuständigen Voivoden zu weit ist, haben sie in kleinen Delikten Recht zu sprechen und Urteile zu vollstrecken gemäß dem Gesetz des Landes Petrovia und unter Berücksichtigung der Ordensregeln (Gnade vor Recht). Bei Streitigkeiten zwischen den Ständen sind sie dazu verpflichtet den Niederen gegen den Höheren zu vertreten

 

  1. Flora

Die Pflanzenwelt besteht hauptsächlich aus Nachtschattengewächsen (→Kartoffeln) Bäume sind äußerst selten und werden nur gefällt wenn es absolut notwendig ist.

  1. Fauna

Mondkatze: Blauschwarze seltene Raubkatze, die vor allem wegen dem Fell gejagt wird, allerdings ein gefährlicher Gegner ist (→Panther). Das Fell allerdings ist den höchsten Würdenträgern des Ordens des Mondes vorbehalten. Sonnenkatze: Goldgelbe seltene Raubkatze…s.o.(→Puma). Das Fell ist den höchsten Würdenträgern des Ordens der Sonne vorbehalten. Bovo: Eine Art Rind, allerdings blind; braunes, zottiges Fell, Hauptnahrungs- (und Kleidungslieferant) neben der Kartoffel; Kartoffel: Hauptnahrungsmittel; Grundstoff für Wässerchen;

Diverses:

Auszug aus dem historischen Werk „Das Volk“ von Nikolai Troyst Einziges Exemplar Privatbibliothek des Ehrwürdigen Abtes Ladislav Stravnin

„ … also geschah es, dass sie vom Rest des Heeres derart abgeschnitten waren und dass sie keine Kunde hatten, was mit ihrem Volke geschehen war. Doch die gewaltigen Eismassen, die ihr angestammtes Heimatland unter sich begruben, soweit ihr Auge reichte, ließen sie sämtliche Hoffnung auf andere Überlebende der Schlacht verlieren. Darum beschloss Petra die Goldene gemeinsam mit Ilya dem Kalten und Boris dem Wütenden die Heimat auf den letzten Schiffen mit den letzten Resten ihres Heeres und ihres Volkes zu verlassen und übers Meer zu segeln, wo sie diesem Schrecken, den sie bekämpft hatten, nie mehr begegnen sollten. Dies alles geschah im Jahre 1253 vor dem heutigen Tage.“

„ … Seit Tagen und Nächten harrten die Drei nun schon aus und beobachteten den Horizont, doch kein Land kam in Sicht. Endlich, nach drei Monaten auf hoher See, erblickte Petra in weiter Ferne zwei dunkle Schatten und dazwischen einen hellen Schein und sie meinte das Tor in eine andere Welt täte sich vor ihnen auf. Neue Hoffnung durchfloss die 3759 Überlebenden, denn je näher sie kamen, desto mehr erkannten sie einen schmalen Uferstreif zwischen himmelhoch aufragenden Klippen und auf diesem Streif stand eine Goldene Bärin. Bald allerdings war ihnen bewusst, dass die Goldene Bärin sich im Kampf mit grässlichen Kreaturen befand. Kurz dauerte die Unterredung zwischen Petra, der Ersten Heerführerin, Ilya, dem obersten Magus, und Boris, dem letzten überlebenden Hohepriester. Sie deuteten die Erscheinung der Bärin als Omen ihres Gottes und steuerten direkt auf das Ufer zu, ihre Mannschaft zum Kampf bereit. Gewaltige Horden säumten das Ufer und von der Bärin war nichts zu sehen, stattdessen überragte eine siebenköpfige Hydra die Ungeheuer. Jeder der drei Anführer führte seine Truppen allein gegen die Monstrositäten in die Schlacht und schlecht erging es ihnen dabei. Im allerletzten Moment erkannten Petra, Ilya und Boris ihren Fehler und schmiedeten mit nur einem Blick den Plan gemeinsam zu kämpfen. In just diesem Augenblick erschien hinter der schrecklichen Hydra die Goldene Bärin und wütete durch die Reihen der Monster. Petra nutzte die Ablenkung und stellte sich allein der Hydra, währen Ilya und Boris ihre Differenzen begruben und begannen, gemeinsam eine Anrufung zu intonieren… „

„… und mit einem grellen Blitz verschwanden sowohl die Horden der Monster als auch die Hydra.“

Aus dem Petraslied, alte petrovische Volksweise frei übersetzt von einem unbekannten Barden aus Whenua

„Groß war die Trauer und groß war das Leid! Denn Petra die Goldene hat ihr Leben gelassen im Triumph über das große Übel, das unser Volk verderben wollte. Alle knien sie vor ihr nieder, alle knien sie und weinen!

Boris der Wütende, gezähmt nun sein Zorn durch die Trauer um die edle Vertraute! Ilya der Kalte, erwärmt nun sein Herz durch das Opfer der lieben Freundin! Das Land selbst weinte mit ihnen, denn auf taten sich die Himmelsschleusen und wie Tränen rannen wilde Sturzbäche von den Bergen herab! Und alle knien sie vor ihr nieder, alle knien sie und weinen!

Und wie die Hoffnung selbst kam aus dem Osten ein Licht! Eine Bärin so groß wie ein Schiff und so golden wie die Sonne selbst! Sie kniete vor Petra nieder und weinte! Und alle knien sie vor ihr nieder, alle knien sie und weinen!

Die Goldene Bärin, sie nahm Petra und legte sie sanft auf ihren eigenen Rücken und Petra war eingehüllt in Goldenes Leuchten. Fort trug sie sie und fort blieb sie dann! Und alle knien sie vor ihr nieder, alle knien sie und weinen!

Doch nach drei mal drei Tagen da sah man sie wandern, Petra die Goldene durchstreifte das Land und kein Kratzer, keine Wunde und kein Mal entstellte ihr makelloses Antlitz. Sie war Petra die Goldene, die Goldene Petra! Und alle knien sie vor ihr nieder, alle knien sie und weinen!

Für 270 Tage blieb sie und war Petra die Goldene, die Goldene Petra. Für 270 Tage blieb sie und gebar ihren Sohn, den Sohn der Petra, der Goldenen Petra. Und alle knien sie vor ihr nieder, alle knien sie und weinen!

Sein Name war Petrov und seine Mutter war Petra – und Petra, Sie sagte ihm Großes voraus. Doch selbst zu erleben, was er sollt erschaffen, das war ihr nicht gegönnt. Und alle knien sie vor ihr nieder, alle knien sie und weinen!

Denn nach den 270 Tagen nahm sie Abschied von allen und ging fort für immer und blieb doch ewig Petra die Goldene, die Goldene Petra. Und alle knien sie vor ihr nieder, alle knien sie und weinen!“

Von den Ursprüngen der Ordnung Abhandlung über die Entstehung des Ordens der Gestirne Von Igor Stravnin, Bewahrer des Wissens

Aufgrund meiner bisherigen Forschungen und dem, was allgemein als „Geschichte“ betrachtet wird, kann man davon ausgehen, dass die beiden Ahnen unserer Kultur, Ilya der Kalte und Boris der Wütende, ihre Zwistigkeiten nach der Landung in unserem Lande keineswegs begraben haben. Ich habe Hinweise gefunden, die eine enge Verknüpfung einiger Volksmärchen mit den tatsächlichen Geschehnissen rund um den Beginn unserer Zeitrechnung wahrscheinlich erscheinen lassen. Fakt ist, dass es außer Petrov, dem Sohn Petras der Goldenen, auch Nachkommen von Ilya und Boris gegeben haben muss. Ein Umriss der damaligen Geschehnisse sei Ihnen, werter Leser, im folgenden Text präsentiert: Es gab also Petrov, den Sohn Petras (der im Übrigen der Namensgeber unseres schönen Landes ist). Boris der Wütende hatte eine Tochter, Valerie, und Ilya der Kalte hatte einen Sohn, den er Bjoern nannte. Gegen den Willen ihrer Väter verliebten sich die beiden in einander und die rasche Abfolge der darauf folgenden Geschehnisse lassen vermuten, dass die beiden sich ihrer Liebe auch hingegeben haben, lange bevor ihre Väter davon erfuhren. Bald nachdem die Liebelei aufflog flohen die beiden Verliebten in die kalten Gebirge. Ganz ohne Ausrüstung waren sie dort oben verloren. Trotz alledem schafften sie es, eine Höhle zu finden, in der sie Schutz sowohl vor dem Winter als auch vor ihren Vätern fanden. Leider blieb ihnen das Glück nicht hold. Valerie war offensichtlich schwanger. Während Boris und Ilya nach den beiden suchten, schenkte Valerie drei Kindern das Leben. Doch die Anstrengungen dieser Geburt waren für Valerie zu viel und bald darauf starb sie, ihre Kinder an ihrer unterkühlten Brust. Bjoern legte sich weinend zu seiner toten Geliebten und seinen Kindern und drückte alle vier an sich. In dieser Stellung wurden sie dann von Boris und Ilya gefunden. Valerie und Bjoern tot, vor Erschöpfung und Kälte umgekommen. Doch die Drillinge waren am Leben, geschützt durch die Körper ihrer Eltern. Trauer befiel nun die beiden Väter und ein heiliger Schwur wurde an Ort und Stelle geleistet, dass kein Zwist mehr zwischen sie kommen solle, der solche faulen Früchte tragen kann. Eine Vereinbarung wurde getroffen, wie sie sich gegenseitig und andere zu behandeln hatten und dass sie auf den jeweils anderen aufpassen würden, auf dass er auch einhalte, was er versprochen hatte. Die Drillinge hießen Stravnos, Guldaryn und Parkin. Bei genauen Studien von Inschriften in den Gewölben der Burg des Zaren in St. Petrasburg fand ich diese Name im Zusammenhang mit der Gründung des Ordens der Gestirne. Dort heißt es nämlich, dass der Erste rechtmäßige Zar des Landes den Namen Stravnos getragen hat. Parkin war offensichtlich der erste Gelehrte Vater des Ordens des Mondes, während Guldaryn als erster dem Orden der Sonne vorstand. Der zuvor bereits als Sohn Petras genannte Petrov wurde als erster Abt des Ordens eingesetzt.

 

Auszüge aus den Mitschriften Vladimir Parkovs „Wie man den Gegner beim Turniere erkennt“

Vier Voivodenfamilien:

– Stravnin: Königsfamilie; Schildbemalung: Goldener Bär auf schwarzem Grund
– Garev: Schildbemalung: Schwarzer Wolf auf gelbem Grund
– Parkov: Schildbemalung: Silberner Vollmond auf blauem Grund
– Petrovich: Schildbemalung: Rote Sonne auf Schwarzem Grund

Elf Bojarenfamilien:

– Dariow: Schildbem.: (möglichen Spielern überlassen)
– Aljevich: Schildbem.:
– Telvoi: Schildbem.:
– Dragoyev: Schildbem:
– Vasiljevich
– Ternow
– Malevnin
– Sarakow
– Borianek
– Lasczenko

Aus einem Lehrbuch:

„Der regierende Zar besitzt die absolute Macht über alle weltlichen Belange. Alle Bewohner Petrovias sind Ihm Treue und Loyalität schuldig. Dafür spricht der Zar Recht und sorgt für die Sicherheit seiner Untertanen. Ihm direkt unterstellt sind die Voivoden, die den obersten Adel unseres schönen Landes bilden. Sie verwalten die Ihnen vom Zar zur Bewirtschaftung übergebenen Ländereien, die sie Ihrerseits an die Bojaren „verleihen“. Sie haben die Pflicht, eine Art ständiges Heer zu erhalten, mit dem sie im Kriegsfall ihrem Zar zu Verfügung stehen. Die Bojaren sind stets direkt einem Voivoden untergeben. Sie verwalten kleinere (oft weniger ergiebige) Ländereine der Voivoden und sind im Ernstfall meist die ersten, auf die ihr Herr zurückgreift, wenn es zu Kampfhandlungen kommen sollte. Den Bojaren obliegt es, ihre Leibeigenen und Freien regelmäßig zu Waffenübungen einzubeziehen, damit im Notfall ein wenigstens notdürftig ausgebildetes Heer zur Verfügung steht.

Von den Unfreien

Die Petrovier werden nicht nur vom Adel gebildet, und nicht jeder Petrovier ist „frei“. Die sogenannten „Freien“ sind alle mehr oder weniger wohlhabend. Unfrei wird man aufgrund von Armut oder einer Straftat. Da Bharray eine lebensbejahende Gottheit ist, wir nur selten die Todesstrafe verhängt. Meist müssen die Straftäter ihre Schuld abarbeiten, können sich also durch rechtschaffene Tätigkeit ihre Freiheit zurückholen. Gleiches gilt für die „armen“ Unfreien. Nach einiger Zeit haben sie meist genug gespart, um ihre Freiheit zurückzukaufen. Allerdings muss man anmerken, dass solche Freie meist bei ihrem Herrn bleiben, und nicht selten wollen sich Unfreie gar nicht freikaufen.