…wo deine Fantasie zum Leben erwacht

Whenua – ein Überblick

Dieser kurze Abriss soll dir, wenn du zum ersten Mal nach Whenua kommst, kurze und kompakte Information darüber liefern, wie das Land aufgebaut ist. Zu den meisten Themen gibt es dann noch nähere Information. Wenn du zum Beispiel überlegst einen Charakter zu erschaffen, der aus Whenua kommst, kannst du auch im Bereich „Gruppierungen“ bei „Spielerinformation“ viele nützliche Information über Spielhintergrund und Charaktererschaffung erhalten.

In diesem Sinne: Willkommen in Whenua, wir freuen uns darauf, mit dir zu spielen!

Etwas Besonderes zur Geographie:

Wir haben Whenua gedanklich auf der Südhalbkugel eines Planeten angesiedelt. Deshalb wird es in Whenua immer kälter, je weiter man in den Süden kommt, wohingegen es im Norden immer tropischer wird!

Am Anfang waren die Tore…

… und ihre Erbauer. Noch immer ist unbekannt, welches Volk die Portale aus dem unbekannten Metall erbaute und warum sie es ursprünglich taten. Fest steht, dass man durch diese Tore praktisch überall hin reisen kann, an jeden Ort, auf jede Ebene und wenn man mächtig genug ist sogar durch die Zeit.

Man weiß wenig darüber, was mit den Erbauern geschah. Fest steht, dass sie vor sehr langer Zeit verschwanden – entweder starb das ganze Volk aus, oder vielleicht verließen sie Whenua auch durch die Tore, welche sie selbst erschaffen hatten; bisher vermag das niemand zu sagen. Ihre einzige Hinterlassenschaft sind die Tore selbst und die vielen Fragen, die bis heute unbeantwortet geblieben sind. Nach den Erbauern siedelten sich verschiedene Völker und Lebewesen in Whenua an. Sie kamen aus fremden Ländern oder gar durch die Tore, und manche dieser Besiedelungen haben sogar stumme Zeugen hinterlassen – verfallene Kultstätten und Häuser, mitunter sogar ganze Städte, die der Wald wieder überwuchert hat. Geblieben ist nur ein einziges Volk: die Rwang.

Zu guter Letzt kamen die Eroberer aus dem Norden; über das verbrannte Land reisten sie nach Whenua. Sie kamen nicht mit Heerzügen oder Kriegsmaschinerie; eher wie ein schleichendes Gift, das sich langsam durch den Körper bis zum Herzen frisst. Sie siedelten sich im Norden an und breiteten sich nach Süden aus. Wo sie begannen, den Boden zu bebauen, musste der Wald weichen und wo sie ihre Städte errichteten, da formten sie die Natur nach ihrem Wunsch. Sie brachten ihre Kultur und ihre Bräuche und vertrieben die Rwang.

So ist das heutige Whenua also eine bunte Mischung aus zwei völlig unterschiedlichen Kulturen: die Rwang auf der einen Seite und die „Whenuer“ auf der anderen.

Whenua divisa est in partes quartes

Die Eroberer, die aus dem Norden kamen um Whenua zu besiedeln, verließen ein Land, das bereits eine Hochkultur hervorgebracht hatte. In diesem Imperium waren die Spielregeln, die Grenzen und auch die Besitzverhältnisse bereits fest verankert und wer arm und gewöhnlich geboren wurde hatte kaum Chancen, in der Hierarchie hinauf zu klettern. Das Grenzland zwischen dem Mutterland und Whenua war abgewirtschaftet und ausgelaugt – deswegen wurde (und wird) es auch das „verbrannte Land“ genannt.
Als der Imperator sein Volk ermunterte, in den Süden zu reisen und dort neues Land zu besiedeln, war dies ein Schachzug, um von politischen Reibereien im eigenen Land abzulenken. Außerdem war es eine willkommene Gelegenheit, rivalisierende Adelsfamilien mit den neuen Besitztümern zu belehnen und somit unschädlich zu machen.
Der Plan ging im Wesentlichen auf. Vieles von dem, was im Mutterland als „Gesindel“ betrachtet wurde, ging nach Whenua und stellte nun kein Problem mehr dar. Die Besiedelung schien zwar mühsam, doch von Erfolg gekrönt, und das brachte der Herrscherfamilie Ansehen im eigenen Land. Lediglich die Steuereinnahmen und Rohstofflieferungen blieben unter den Erwartungen und auch der generelle Kontakt war mühsam, da es die tote Zone des verbrannten Landes zu überbrücken galt.
So erlangte Whenua schleichend seine Autonomie. Obwohl es offiziell immer noch eine Kolonie des Mutterlandes ist, besteht der einzige Kontakt zu diesem Reich nur noch durch die Lex Arcana. Es werden keine Steuern und keine Rohstoffe mehr dorthin geschickt und keiner interessiert sich für die politische Lage des anderen.

Whenua selbst wird durch eine Art Feudalsystem verwaltet. Man unterscheidet zwischen Volk und Adel (auch Patrizier genannt). Das Land ist unterteilt in vier Quarter. Dreien davon steht ein Protector vor und einem der Lordprotector, der gleichzeitig das nominale Oberhaupt von ganz Whenua ist. Die Gesetzgebung ist einheitlich; jeder Protector ist der oberste Richter in seinem Quarter. Zudem hat jedes Quarter sein eigenes, stehendes Heer – zwar sind diese allesamt nicht sehr groß, doch dafür besteht auch keine Notwendigkeit. Im Kriegsfalle erhält der Lordprotector automatisch den Oberbefehl über alle Heere und außerdem wird aus jeder Familie wenigstens eine wehrfähige Person zu den Waffen berufen. Die Whenuer sind im Grunde ein sehr freidenkendes, friedliebendes und opportunistisches Völkchen. Es gibt keine landesbeherrschende Religion, lediglich den Prinzipien des Schicksals, der Zeit und des Todes wird allerorten Respekt entgegen gebracht. Ansonsten herrscht ziemliche Religionsfreiheit – solange nicht Menschen geopfert oder Höllendämonen angebetet werden…
Im Grunde gelten in Whenua Männer und Frauen gleich viel. Im täglichen Leben, im Beruf und im Heer, wird kaum ein Unterschied zwischen Mann und Frau gemacht. Einzig die Patrizierfamilien haben ihren Titel lange Zeit nur über die männliche Linie weitervererbt. Erst seit dem Jahr 216 a.P. (Realzeit 2016) können auch weibliche Nachkommen den Namen der Adelslinie offiziell erben.

Ein kleiner Überblick über die einzelnen Quarter:

Ostarium:

Anmerkung: Durch Ereignisse in unserer Spielwelt wurde Ostarium im Jahr 215 a.P. durch einen mächtigen Magier der Lex Arcana namens Fly Silberklinge angegriffen und auch erobert. Seitdem wird die Stadt durch das Heer von Whenua belagert und der Lordprotector hat keinen festen Amtssitz mehr sondern wandert von einem Quarter zum nächsten.
Die Information über Ostarium bezieht sich daher auf die Zeit VOR der Eroberung durch Fly Silberklinge.

Lordprotector: Marvis ol Fer II

Oberste Heerführerin: Myrina Adrastea Lazar
Ostarium ist der Sitz des Lordprotectors und außerdem eine einzige, sehr große Stadt, die am größten Fluss des Landes, dem Cerul, liegt. Über hunderttausend Menschen leben darin. Ostarium liegt im Norden und ist aus der ersten festen Ansiedlung erwachsen, die in Whenua errichtet wurde.
Der Lordprotector ist bei seinem Volk sehr beliebt. Schmähungen gegen seine Person werden nicht geduldet, und auch im Kriegsfalle werden die Menschen mehr als bereit sein, für ihn und ihr Land zu den Waffen zu greifen.
In der Hauptstadt steht auch die Universität, die Lex Arcana hat hier ihren Sitz und die oberste Vertretung der Händlergilde befindet sich hier.

Redis:

Protector: Fred alto selas Tanubar

Heerführer: Quojam Rendel
Das Quarter Redis nimmt den Nordwesten von Whenua ein. Es grenzt im Norden an die Verbrannten Lande, im Osten an Melvis, im Süden an Linsar, Petrovia und das Terra Nova. Das Quarter ist durch Ackerbau und Fischfang der wichtigste Lieferant landwirtschaftlicher Erzeugnisse und das am stärksten erschlossene Gebiet von ganz Whenua. Hier findet man weite Kulturflächen und Weinberge, aber kaum noch Wälder. Die Hauptstadt von Redis und der Sitz des Protectors ist die Stadt Maritium, welche an der Küste liegt, im fruchtbaren Delta des Cerul. Dort ist auch die Flotte Whenuas stationiert, die in Friedenszeiten völlig Fred alto selas Tanubar untersteht – bis auf drei Flaggschiffe, die den anderen Protectoren vorbehalten sind. Die größere Hafenstadt ist aber Port Redis, die auch den größten Handelshafen hat.

Melvis:

Protecta: Lyanna del Nolo

Oberster Heerführer: Feumel Gurvan
Das Quarter Melvis hat eine turbulente politische Zeit hinter sich. Die Protecta Laetitia del Nolo wurde ermordet und durch eine Doppelgängerin ersetzt. Diese Tat wurde durch Lucius Domenicus aufgedeckt, der seinen eigenen Anspruch auf den Titel geltend machte und nach der ermordeten Laetitia Protector wurde. Er schmiedete eine Allianz zwischen Whenua und dem Kult des Muel’sa, woraufhin Untote in Whenua Bürgerrechte erhielten. Aber diese Allianz war nicht von Dauer und endete damit, dass Lucius Domenicus den Lordprotector Marvis ol Fer I ermordete. Daraufhin erschien Lyanna del Nolo auf dem Plan, eine Nachfolgerin der Familie del Nolo. Sie führte die Truppen erfolgreich gegen Lucius Domenicus in die Schlacht und ist nun die Protecta von Melvis.
Melvis liegt im Nordosten von Whenua. Im Westen wird es vom Quarter Redis, im Süden vom Quarter Linsar und im Osten durch den „Ewigen Wall“ begrenzt, hinter dem nur die verbrannten Lande liegen. Auch Melvis ist weitgehend erschlossen, doch die bergige Landschaft begünstigt eher die Viehzucht denn den Ackerbau. Einige Rohstoffvorkommen sind hier zu finden und tatsächlich existiert im Ewigen Wall die einzige feste Zwergensiedlung in Whenua.

Linsar:

Protector: Canis Latrans

Oberste Heerführerin: Minerva del Limar
Linsar ist das südlichste der vier Quarter, es wird im Norden durch die Quarter Redis und Melvis begrenzt. Im Südosten, hinter den verbrannten Landen, liegt das Nachbarland Choros und ganz im Süden, durch das Meer getrennt, das Land Vaedergaelling. Im Südwesten Linsars befindet sich der einzige bekannte Zugang zum Hochplateau, auf dem Hiaris liegt.
Linsar ist flächenmäßig zwar das größte Quarter, gleichzeitig aber auch das mit der geringsten Einwohnerzahl. Weite Teile des Quarters sind immer noch von Urwald bedeckt und die letzten noch ursprünglich lebenden Stämme der Rwang sind hier zu finden. Doch nicht nur das; auch die meisten Tore Whenuas stehen hier und somit treten auch die seltsamsten Kreaturen hier in Erscheinung. Im Gegenzug ist eine sinnvolle Urbarmachung des Urwaldes bis dato nicht gelungen; die Viehzucht erweist sich als mühsam und die wenigen Rohstoffquellen sind durch unwegsame Waldstraßen schwer zu erreichen.
Die Beziehungen zum Königreich Choros stehen nicht zum Besten, sodass hier kaum vernünftiger Handel getrieben werden kann.
Trotz all dieser Widrigkeiten mangelt es dem Hause Latrans weder an Geld noch an Einfluss. Die Hauptstadt Linsars, Venvicium, liegt im Norden des Quarters und ist durch den Fluss Cerul mit der Hauptstadt Ostarium verbunden. Der Cerul verbindet Venvicium auch mit der einzigen nennenswerten Hafenstadt, Port Linsar.

Die Rwang

Als aus dem Norden die Besiedelung Whenuas begann, lebten die Rwang schon viele Generationen hier. In kleinen Familienverbänden und Stämmen nomadisierten sie durch den Urwald und lebten im Einklang mit der Natur, soweit das möglich war. Die Leitung eines Stammes hatten stets der älteste Schamane sowie der tapferste Jäger inne, in beiden Fällen entweder ein Mann oder eine Frau. Während der Schamane seinen Posten bekleidete bis er starb oder einen Nachfolger ernannte, wurde der tapferste Jäger jedes Jahr während des „Matapu“ neu erkoren. Diese Tradition hat sich bis heute erhalten.
Als die Eroberer zum ersten Mal auf die Einheimischen trafen, litten sie an argen Verständigungsproblemen. So ist auch die Bezeichnung „Rwang“ eigentlich ein Missverständnis, denn es war der Name des Stammes, auf dessen Mitglieder die Eroberer trafen. Diese pauschalisierten den Stammesnamen sofort zum allgemeinen Begriff für die Waldbewohner und deshalb werden sie bis zum heutigen Tage so genannt.
Auch das Wort „Whenua“ stammt aus der Sprache der Rwang und bedeutet nichts anderes als „Land“. Wie so viele andere Namen auch ist es der beste Beweis für die Ideenlosigkeit der Whenuer, wenn es um Namensgebungen geht.
Die sukzessive Rodung des Urwaldes traf die Rwang hart, denn die neuen Bewohner des Landes nahmen ihnen dadurch den Lebensraum. Da die Rwang allerdings kein kriegerisches Volk und zudem kaum in der Lage sind, zwischen den einzelnen Familienverbänden komplexe Nachrichten hin und her zu schicken, stand ein Aufstand der Rwang nie zur Debatte. Stattdessen zogen sie sich zurück, soweit sie konnten oder versuchten, sich anzupassen. Dies führte zu einem neuen Nomadentum, das die Rwang zu den Zigeunern Whenuas machte. Rwang Händler, die allerhand Zeug vom Wagen weg verkaufen sind ein ebenso bekanntes Bild wie arme Rwang Familien, die in Slum-Siedlungen am Stadtrand ein elendes Dasein fristen.
Denn bei den Whenuern gelten die Rwang nicht viel. Einerseits sind sie Wilde, die im Urwald leben, andererseits bemitleidenswerte Kreaturen, die am Rande der Zivilisation dahin vegetieren, weil sie diese Lebensweise nicht verstehen können. Viele junge Rwang leiden besonders unter dieser Situation, fühlen sich entwurzelt und machtlos und hegen den verzweifelten Wunsch, irgendwo einen Platz in der Gesellschaft zu finden, an dem sie geachtet werden.
Selbst diejenigen Rwang, die noch ihren Wurzeln entsprechend leben, verachten jene, die den Wald verlassen haben. Sie leben immer noch in ihrer grünen Welt, verbunden mit den Geistern der Natur und den Ahnen der Stämme, geleitet von ihren Totemtieren.

Religion – in fata et tempi fidemus

Die Mehrzahl der Rwang folgt immer noch dem traditionellen Schamanismus, obwohl dieser in der Zwischenzeit schon sehr verschiedene Formen angenommen hat. Manche Familie erhält auch nur noch einige traditionelle Werte am Leben und fühlt die ursprüngliche tiefe Verbundenheit zur Natur und den Tieren nicht mehr.
Die Whenuer sind ein sehr liberales Völkchen, das keine Religion per se verbietet – es sei denn sie folgt einem zerstörerischen Gott. Die schamanistischen Bräuche der Rwang haben sich in viele Traditionen und Sprichwörter eingeschlichen. Von der ursprünglichen Religion der Einwanderer ist eine besonders intensive Verehrung zum Herrschergeschlecht geblieben; auch wenn der Lordprotector keinesfalls als Gott verehrt wird.
Ein Orden, der in Whenua großes Ansehen genießt, sind die weiß gekleideten Schemen des Schicksals. Die Mitglieder dieses Ordens gelten als sakrosankt, und niemand würde es wagen, das Schicksal herauszufordern, indem er einen dieser Schemen angreift oder sein Wort anzweifelt. Die Whenuer betrachten das Schicksal nicht als vorherbestimmt sondern vielmehr als eine lenkende Kraft, die dafür sorgt, dass die Welt ihren richtigen Weg geht. Wo jeder einzelne in diesem universellen Plan seinen Platz hat, bleibt zu einem Großteil ihm selbst überlassen – jeder ist seines Schicksals und Glückes Schmied. In dieser Vorstellung darf man sich nicht darauf verlassen, dass das Schicksal schon alles lenken wird, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Geschichte, sich zu entwickeln und das Schicksal hilft nur denen, die sich selbst helfen. Und es bestraft jene, die meinen, sie könnten es täuschen.
Eine andere unangefochtene Instanz sind die Wächter der Zeit, auch „Charon“ genannt. Während niemand so genau weiß, wie die Schemen des Schicksals eigentlich berufen werden, so gelten die späteren Wächter der Zeit schon bei Geburt als auserwählt, werden von ihren Eltern getrennt und an der Universität in Ostarium erzogen. Primär bewachen die schwarz gewandeten Wächter der Zeit den steten Fluss derselben und verhindern, dass dieser durchbrochen oder verändert wird. Sie sind allerdings auch an der arkanen Stabilität des Landes selbst interessiert und wurden schon oft an Orten angetroffen, wo das magische Netz besondere Sperenzchen machte. Auch Tore, die viel Aktivität zeigen, scheinen die Wächter anzuziehen, ebenso wie andere Portale zu fremden Ebenen.
Das dritte Prinzip, dem in Whenua Menschen ihr Dasein widmen, ist der Tod. Die grau gekleidete Dienerschaft des Todes ist sehr klein, aber hoch geachtet. Die grauen Boten sind überall dort, wo Seuchen oder andere Katastrophen viele Todesopfer fordern. Sie begleiten Menschen in den Tod und spenden den Hinterbliebenen Trost, sie leiten Begräbnisse und segnen die Verstorbenen ein.

Organisationen

Die Lex Arcana

Die ersten Magier kamen während der Besiedelung Whenuas ins Land. Da man zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, welchen Widerstand man zu erwarten hatte, wurden dem kleinen, begleitenden Heer Magier zugeteilt (natürlich all solche, die sich in der Heimat unbeliebt gemacht hatten). Diese hatten nach der erfolgreichen Sesshaftwerdung keinen Grund, in die Heimat zurück zu kehren. Aus diesem Grund waren die Magier mit dem Heer und somit mit der Exekutive verknüpft, und die Lex Arcana entwickelte sich genau aus diesem Zusammenspiel.
Mittlerweile ist die Lex Arcana eine eigene Organisation, die ihren Sitz in Ostarium hat und dort auch maßgeblich am Betrieb der Universität beteiligt ist. Ihre Hauptaufgabe ist es jedoch, bei der Aufklärung von Verbrechen, dem Ergreifen von Tätern und der Gerichtsbarkeit zu helfen. Man kann Mitglieder der Lex Arcana leicht an ihrem Gildesiegel erkennen, das sie sowohl als Abzeichen auf dem Gewand als auch auf der rechten Hand eingebrannt tragen.

Das stehende Heer

In Whenua gibt es ein stehendes Heer, das in letzter Konsequenz dem Lordprotector untersteht. Stellvertretend für den Lordprotector leiten die obersten Heerführer der einzelnen Quarter die Einheiten in ihrer Region. Die Heerführer stehen jedoch im Sold der jeweiligen Protectoren und sind diesen auch direkt unterstellt. Die Soldaten sind auch für die Aufrechterhaltung der Gesetze sowie die Ergreifung von Verbrechern zuständig. Die Gerichtsbarkeit liegt beim Protector oder seinem Untergebenen.
Das Heer von Whenua ist eine an sich disziplinierte und anständige Organisation. Plünderungen oder menschliche Verfehlungen der Legionäre werden streng geahndet; deshalb hat die Bevölkerung auch eine gute Meinung von ihrer Exekutive.

Die Händlergilde

Die Gilde der Händler ist in Whenua ein nicht zu unterschätzender Faktor und hat auch einigen indirekten politischen Einfluss. Die Händlergilde kontrolliert das Handwerk und den Handel und hat somit die Wirtschaft des Landes sehr vollständig in der Hand. Obwohl die Steuern ausschließlich in die Kasse der Protectoren fließen, muss man als Handwerker oder Händler auch an die Gilde Gebühren entrichten. Die Händlergilde unterhält eine eigene kleine Privatarmee, die hauptsächlich für den Geleitschutz von Karawanen oder für die Bewachung wichtiger Güter zuständig ist. Mitglieder der Händlergilde dürfen allerdings keine offizielle politische Position in Whenua einnehmen und umgekehrt. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich die Angehörigen des Militärs und die Wächter der Gilde als Konkurrenz betrachten und die jeweils andere Organisation für unfähig erachten.

Die eisengraue Gilde

Eine weitere quasi militärische Organisation ist die eisengraue Gilde. Diese Gilde untersteht als einzige, offizielle Gilde nicht der Händlergilde. Sie besteht aus Kriegsveteranen; Soldaten und Soldatinnen, Kämpfern und Strategen, die schon so viele Kämpfe miterlebt haben, dass sie sich selbst nicht mehr aufs Schlachtfeld begeben können oder wollen. Diese Veteranen haben es sich zur Aufgabe gemacht, junge Rekruten auszubilden und werden dafür von den Protectoren angestellt und bezahlt. Sie werden auch oft als Schlichter in Streitfällen herangezogen, und obwohl sie keine Gerichtsbarkeit besitzen, können sie oft helfen, ohne einen Richtspruch fällen zu müssen. Die Veteranen arbeiten oft auch als Ehrengarde oder persönliche Ausbilder adeliger Kinder. Zusätzlich veranstaltet die eisengraue Gilde einmal pro Jahr das Turnier „Tage der Tapferkeit“, das dem „Matapu“ – Fest der Rwang abgekupfert ist. Natürlich geht es hier nicht um eine politische Position sondern um Ehrenpreise, aber das Turnier ist auch ein gesellschaftliches Ereignis und eine kleine Brücke zwischen den Rwang und den Whenuern.

Die Diebesgilde

In Whenua existiert eine sehr effektive Gilde der Diebe (natürlich völlig inoffiziell) – und diese hat gleichsam einer Mafia die Händlergilde völlig unterwandert. Man könnte auch behaupten, dass die Händlergilde den legalen Deckmantel für die eigentliche Diebesgilde darstellt, doch solche Gedanken sollte man in Whenua besser nicht laut äußern. Die Diebesgilde regelt nicht nur den Taschendiebstal auf den Straßen von Whenuas Städten; sie sorgt sich auf ihre Weise auch um Verbrecher, die ohne ihren Sanctus ihr Unwesen treiben. Die Diebesgilde hat ihre Finger in jeder semilegalen oder illegalen Aktion; vom Geldwaschen über das Geldfälschen; vom Verkauf annektierter Ländereien bis hin zum Schmuggel illegaler Waren; nichts geht ohne die Erlaubnis der Gilde. Das Oberhaupt der Diebesgilde ist der sogenannte „Kojote“. Offenbar wissen nur sehr wenige seiner direkten Untergebenen, wer er oder sie wirklich ist, und diese schweigen still wie ein Grab. Vielleicht gibt es ihn auch gar nicht, und das Triumvirat seiner angeblichen Mittelsmänner benutzt ihn nur als Scheinfigur, um von sich selbst abzulenken? Jedenfalls weiß es niemand genau, doch dass das Wort des Kojoten Gesetz ist, weiß in der Unterwelt selbst das kleinste Kind. Und wie weit seine Macht wirklich reicht, auch das kann man bestenfalls nur vermuten.