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Ostarium

Hauptstadt von Whenua, Sitz des Lordprotectors Marvis ol Fer

Die große Stadt Ostarium liegt am Treffpunkt dreier Flüsse, den die Whenuer das „Dreiflussdelta“ nennen. Der Cerul entspringt in den Bergen im Nordosten und wird auf seinem Weg nach Ostarium noch von weiteren, kleinen Zuflüssen gespeist. Bei Ostarium entspringt der Nauca aus dem Cerul. Der Cerul fließt weiter nach Westen zum Meer und verbindet Ostarium mit Port Redis. Der Nauca fließt nach Süden und verbindet Ostarium, Gradum und Venvicium.

Das gesamte Gebiet des Dreiflussdeltas zählt ebenfalls zum Quarter Ostarium. Sein fruchtbarer Boden wird von vielen Bauern bestellt, die einen großen Teil des Nahrungsbedarfes von Ostarium abdecken. Doch natürlich würde die Produktion des Dreiflussdeltas niemals ausreichen, um die Hauptstadt zu ernähren, darum ist Ostarium auf den Import von Lebensmitteln angewiesen.

Über hundert tausend Menschen leben in Ostarium, und fast ein drittel von ihnen entstammen Patrizierfamilien. Die breite Masse der Ostarier sind Handwerker, Dienstboten und Händler. Auf der großen Universität finden sich zu jeder Zeit wenigstens 20.000 Studenten, und fast ebenso viele Menschen werden benötigt, um den Universitätsbetrieb aufrecht zu erhalten: Professoren, Bedienstete, Beamte.

Es gibt kein richtiges Armenviertel in Ostarium, lediglich Viertel, in denen kein Prunk und kein Glanz zu finden sind. Die richtigen Elendsviertel sind außerhalb der Stadtmauern zu finden, zumeist in den Auen der drei Flüsse, wo kein Ackerbau betrieben werden kann. In diesen Ghettos leben vor allem Rwang.

Namhafte Personen:

alt Lordprotector: Marvis ol Fer – Verstorben

alt Gattin des Lordprotectors: Ana ol Fer – Verstorben

Lordprotectors: Marvis ol Fer II (Primus Filius des alten Lordprotectors)

Prima Filia des Lordprotectors: Nita Ana ol Fer

Der Lordprotector ist bei seinem Volk sehr beliebt. Er gilt als weise und gerecht, und man rechnet es seiner leitenden Hand an, dass auch die anderen Protectoren sich sehr um das Wohl des Volkes bemühen. Sein Sohn und Thronerbe, Marvis ol Fer II, hat selbst eine zehnjährige Ausbildung im Heer genossen, und diente dort bei den Equites. Er gilt als großer Stratege und machte sich durch mehrere gewonnene Schlachten im jüngsten Krieg gegen Choros einen guten Namen.

Allerdings versteht seine Schwester Nita wesentlich mehr von Politik und Wirtschaft als er. Viele Minister und andere Würdenträger würden es begrüßen, wenn Marvis ol Fer II seine Schwester zur obersten Beraterin ernennen würde, sobald er selbst den Thron besteigt. Diese Hoffnung ist aber nicht sehr groß, denn Marvis der Jüngere und seine Schwester haben ein mitunter schwieriges Verhältnis zueinander, und er nimmt ihren Rat nicht gerne an.

Oberster Heerführer: Cicero del Traco

Praetor der Pugna Umbralis: Lazsarus Merowing

Director der Akademie der Wissenschaften: Manus del Veen

Director der Akademia Magica: Julius Aenobarbus

Hohepriester und Oberster Glaubensführer der Muel’sa Kirche: Lucius Domenicus (der alte Hohepriester Pal’Rasza ist beim Angriff auf Muel`Shahira verstorben!)

Hohepriesterin der Sunkorakirche: Ivaana Sulk

Hauptimport: Lebensmittel, Metallwaren, Halbfertigprodukte zur Weiterverarbeitung

Hauptexport: Luxusgüter, Spirituosen, Wein, Kleidung

Geografische Lage: Nördliches Whenua, umschlossen vom Quarter Melvis

Landschaft:

Dichtbebautes Stadtgebiet mit Hügelausläufern, auf denen hauptsächlich Wein angebaut wird. Im fruchtbaren Dreiflussdelta wird Getreide und Gemüse angebaut. Das Klima ist warm und feucht, die Jahreszeiten unterscheiden sich kaum voneinander.

Religionen: In Ostarium herrscht keine Hauptreligion vor, aber es gibt eine große Zahl kleiner Kirchengemeinden und Tempelbauten im Händlerviertel.

Besonderheiten, Beschreibung des Stadtbildes:

Ostarium, so erzählt man, wurde auf einer alten Stadtruine aufgebaut und ist somit die älteste bekannte Stadt in Whenua. In Ostarium begegnen sich viele Kulturen und so ist es nicht verwunderlich, dass viele der in Whenua beheimateten Religionen ihre einzigen Kirchen hier haben. Die Altstadt, der Teil der Stadt, der aus einigen Ruinen wiedergewonnen wurde, ist von einer Mauer umgeben und hat vier Teile: das Universitäts-, Handels-, Patrizier- sowie das Künstler- Viertel. Viele Reisende würden das Handelsviertel vielleicht auch als das Kirchenviertel bezeichnen. Denn hauptsächlich hier wurden über die Jahrhunderte die Tempel der Gottheiten errichtet, wobei viele Tempel im Lauf der Zeit immer wieder verlassen und dann von neuen Kulten in Besitz genommen wurden.

Die Bauweise der Häuser ist dem milden Klima angepasst. In der Altstadt können die einzelnen Gebäude bis zu vier Stockwerke hoch sein, in den Außenbezirken beherrschen niedrigere, aber dafür weitläufigere Anlagen das Bild. Viele Häuser von Patrizierfamilien und wohlhabenden Bürgern sind mit Arcaden versehen, haben großzügig gestaltete Innenhöfe sowie Gesindehäuser und Stallungen.

Außerhalb der Stadtmauern und abseits der bürgerlichen Familien, hauptsächlich am Ostufer des Nauca, leben Rwang-stämmige Familien in weitaus ärmlicheren Verhältnissen. Sie arbeiten meistens als Tagelöhner auf den Feldern im Dreiflussdelta, den Weinbergen oder dem Hafen. Ihre Häuser bestehen aus Bretterverschlägen oder dem Sperrmüll der wohlhabenden Bürger.

Rund um das Flussdelta zwischen Cerul und Nauca ist eine weitläufige Hafenanlage erbaut worden, die neben Trockendocks, Werften und Kaianlagen natürlich auch mit zünftigen Hafentavernen und einem riesigen Marktplatz aufwarten kann.

Eine weitere Besonderheit Ostariums ist die Universität, der ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Eine kurze Beschreibung findet sich weiter unten bei „wissenschaftliche Einrichtungen“

Handelsrouten:

Über Cerul und Nauca ist Ostarium mit Port Redis, Gradum, Tebarum und Venvicium verbunden. Eine befestigte Handelsstraße führt nach Maritium, eine weitere entlang des Nauca nach Krat’rhun.

Selten gelangen Karawanen aus dem Imperium über Grenzwacht bis Ostarium.

Militärstärke:

In unmittelbarer Nähe zum Patrizierpalast befindet sich eine weitläufige Kasernenanlage, die das stehende Heer von Ostarium beherbergt. Außerdem gibt es Trainingsgelände für gemeinsame Übungen von Heer und Lex Arcana. Ebenfalls auf dem Kasernengelände befindet sich die Wohnstätten der Eisengrauen Gilde.

Geschichtliches:

Als die Besiedlung Whenuas durch das Imperium begann, stießen die Siedler auf eine alte Stadt, die von untoten Kreaturen bevölkert wurde. Man sah der Stadt an, dass der Zahn der Zeit an ihr genagt hatte, doch viele der Gebäude waren fast vollständig intakt und zeugten von einer überlegenen Kultur. Nachdem die Untoten aus den Mauern vertrieben worden waren, wurden die alten Gebäude erforscht. Man fand viele Artefakte, die den Namen der Stadt, Mu’scha Lim, verrieten, benannt nach einem Gott der Erneuerung.

In vielen Gebäuden fanden sich alte Schmuckstücke aus Gold und mit wertvollen Edelsteinen besetzt, und als man an auffälligen Stellen Grabungen anstellte, wurden noch weitere Kostbarkeiten freigelegt.

Briefe aus diesem Zeitraum enthalten auch Schriften des Praetors an den Imperator, in denen er über Probleme mit den Eingeborenen, den sogenannten „Rwang“ spricht, deren ständige Angriffe sowohl physischer als auch übernatürlicher Natur die Besiedelung des Landes enorm erschwerten.

Als die Information über die reichen Funde ins Imperium getragen wurde, brach der Imperator Kerkar persönlich mit einem 10.000 Mann starken Heer auf, um den Norden Whenuas zu befrieden. Er gründete auf den Ruinen der alten Stadt die Siedlung „Aquae Itineris“, die sein Sohn Claudius später in „Ostarium“ umbenennen sollte. Im Zuge seiner Eroberung des Nordwesten Whenuas von Ostarium bis ans Meer, wo die Siedlung Maritium gegründet wurde, verlegte der Imperator seinen Herrschaftssitz vollständig nach Whenua. Indem er die Staatsreichtümer nach Ostarium überführte, machte er die „Wasserstadt“ zum politischen Mittelpunkt des Imperiums. Damals befand sich das Stadtzentrum südlich der heutigen Altstadt, der Platz des späteren Palastes auf einer Anhöhe nördlich der damaligen Stadt.

Kekars Sohn Claudius erbaute später einen Palast und den ersten Tempel für Muel`sa. Der Tempelbezirk wurde in Ostarium das Zentrum des Muel`sa Glaubens. Unter dem Protector Higalus wurden vielleicht auch andere heute nicht mehr bekannte Götter verehrt. Erst unter Borgus ol Fer wurden viele Tempel gereinigt und die Stadt durch Mauern gesichert, ebenso wurde ein Tunnel zur Wasserversorgung eingerichtet.

Im Imperium wurde der ostarische Tempelkult des Muel`sa abgelehnt. Unter Borgus wurde Whenua mit dem Zentrum in Ostarium wirtschaftlich und auch militärisch vom Imperium unabhängig.

Kultur:

Wie es sich für eine Hauptstadt gehört, besitzt Ostarium mehrere Theater. Das schönste und prächtigste ist das „Coliseum nuovum“, ein Amphitheater im Stil eines imperialen Kolosseums. Es ist nicht überdacht und bietet eine erstaunliche Akustik. Wie die meisten anderen Theater auch steht es im Künstlerviertel der Altstadt. Hier gibt es auch kleinere Konzertsäle, Galerien mit Bildern und Skulpturen, sowie die Werkstätten von Musikinstrumentenbauern.

Soziale Einrichtungen:

Neben einem richtigen Gefängnis verfügt Ostarium auch noch über den sogenannten „Säuferturm“. Dieser Turm ist ein Relikt einer alten Stadtmauer, nimmt aber keine militärische Funktion mehr wahr, sondern wird als Aufbewahrungsort für Betrunkene verwendet. Wer spätnachts volltrunken von der Militärstreife aufgegriffen wird, landet hier. Aber auch Betrunkene, die in Tavernen randalieren oder ihre Zeche nicht zahlen können, lernen den ungastlichen Turm von Innen kennen.

Im Händlerviertel gibt es ein großes Waisenhaus, das direkt neben dem Tempel des Muel’sa steht und von den Priestern des Gottes betreut wird. Die Muel’sa Kirche finanziert das Waisenhaus aus den Geldern ihrer Kollekte, zusätzlich spendet der Protector jährlich eine Summe aus seinem Etat für Witwen und Waisen.

Die Universität betreibt eine Sonntagsschule, die alle Kinder bis zum vierzehnten Lebensjahr gratis besuchen dürfen. Jeden Sonntag unterrichten fünf Studenten in Klassenzimmern jeweils 50 Kinder im Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Studenten wechseln sich bei dabei ab und sollen durch den Unterricht selbst Erfahrung sammeln. Die Kinder stellen sich meistens schon vor Sonnenaufgang an, um einen Platz in einer Klasse zu ergattern.

Wissenschaftliche Einrichtungen:

Ostarium ist das Zentrum von Bildung und Wissenschaft in Whenua. Die große Universität nimmt nahezu ein gesamtes Viertel der Altstadt ein und besteht aus einem großen Hauptgebäude, in dem die Verwaltung angesiedelt ist, einem Trakt für die mundanen Wissenschaften und einem Trakt für die magische Akademie. Zusätzlich gibt es einen Campus mit Studentenwohnheimen für Männer und Frauen, Labors, Übungshallen und einen Park. Ebenfalls angeschlossen ist ein Hospital, in dem ärztliche Behandlungen für jedermann erschwinglich angeboten werden – allerdings muss man sich dafür auch von den Studenten behandeln lassen.

Gerüchte: Die Stadt „Muel’Shahira“ liegt Gerüchten zufolge direkt unter Ostarium und wird ausschließlich von untoten Anhängern des Gottes Muel’sa bewohnt.