Linsar

Namhafte Personen:

Protector: Canis Latrans

Der Protector von Linsar ist ein sehr polarisierender Mensch. Besonders den Mitgliedern des alten Adels des Landes ist er ein Dorn im Auge, da er selbst nicht aus ihren Reihen stammt. Genau genommen ist seine Herkunft völlig unbekannt. Canis Latrans tauchte eines Tages in Linsar auf und erwarb sich das Vertrauen und den Respekt des alten Protectors, Aglaius del Riva. Der alte Protector hatte seine Frau und bereits zwei Söhne überlebt, und seine Herrschaft sollte an seinen Neffen übergehen, Corbinius del Riva, den er jedoch aus tiefstem Herzen verabscheute. So kam es, dass Aglaius del Riva Canis Latrans adoptierte und ihn zu seinem Erben ernannte. Dieses Erbe trat Canis Latrans vor zehn Jahren an.

So sehr die alten Patrizier Canis auch verabscheuen, so beliebt ist er beim neuen Adel, den Händlern und beim Volk. Besonders in Linsar selbst sollte man nicht den Fehler machen, auf offener Straße ein schlechtes Wort über ihn zu verlieren. Denn seitdem er die Herrschaft über Linsar angetreten hat, erlebt das Quarter einen unaufhaltsamen Aufstieg, obwohl es direkt an der Grenze zum feindlichen Choros liegt.

Canis selbst erweckt kaum den Eindruck eines Edelmannes. Man sieht ihn nur selten in höfischem Gewand; meistens zieht er zweckmäßige Kleidung vor. Er trägt bevorzugt ein Kopftuch und Unmengen von verschiedensten Schmuckstücken. Doch selbst die Klunker lassen ihn nicht protzig wirken, sondern verleihen ihm eher das Aussehen eines Piraten mit schlechtem Geschmack. Auch sein Wesen weist ihn als Mann des Volkes aus. Er ist ein Draufgänger, der die Dinge gern selbst in die Hand nimmt, und kein Risiko scheut, doch gleichzeitig ist er auch ein beinhart berechnender Opportunist. Sein größtes Kapital sind sein jungenhafter Charme, der ihn wesentlich harmloser erscheinen lässt, als er wirklich ist, und seine ansteckende Fröhlichkeit.

Oberster Heerführer: Minerva del Limar

Geografische Lage, Wirtschaft:

Linsar ist das südlichste der Quarter, seine Hauptstadt ist Venvicium. Im Norden wird es durch Melvis und Redis begrenzt, im Osten durch die verbrannten Lande und ganz im Westen durch Petrovia. Südöstlich ist die Grenze zu Choros, und im Süden das Meer.

Die westliche Hälfte des Quarters ist von schier unüberwindlichem Gebirge bedeckt, das als unerforschtes Gebiet gilt. Zwar erhebt Whenua Anspruch auf dieses Land, doch dieser ist nur nominell.

Doch auch der Rest des Quarters wartet hauptsächlich mit unwegsamen Urwäldern auf. Das Klima hier im Süden ist bereits sehr kühl; die Sommer sind kurz und die Winter hart. Die Vegetation besteht aus Mischwäldern, Farnen und Sträuchern.

Siedlungen und Städte findet man hauptsächlich entlang der Flüsse, besonders am Nauca, oder an der Küste. Der Nauca verbindet Venvicium, die Hauptstadt des Quarters, mit Gradum und Ostarium.

Die Häuser in Linsar sind widerstandsfähig und oft im Fachwerkstil gebaut. Die meisten davon sind niedrig und haben maximal ein Stockwerk.

In Linsar finden sich die meisten Bodenschätze aller Quarter, doch deren Gewinnung ist schwierig. Außerdem wachsen hier die besten Holzarten. Felle werden meist über den Schwarzmarkt aus Linsar heraus geschleust.

Die eisigen Gewässer im Süden sind ideale Fischfanggebiete, und überall entlang der Küste gibt es kleinere oder größere Fischerdörfer. Im kalten Meer gedeihen üppige Schwärme von Shrimps und Garnelen, die in ganz Whenua begehrt sind.

Auch Hopfen gedeiht im Klima Linsars ausgezeichnet, und in dieser Gegend wird das beste Bier Whenuas gebraut.

Eine weitere Besonderheit sind die Tore, die in Linsar in großer Zahl stehen und besonders aktiv sind. Immer wieder kommen Besucher aus anderen Welten hier an, und das Militär kontrolliert besonders aktive Tore regelmäßig, um feindlich gesinnte Neuankömmlinge sofort unschädlich zu machen.

Land und Leute:

In Linsar findet man die letzten Stämme der Rwang, die noch ihren ursprünglichen Traditionen folgen. Sie leben tief in den Wäldern, und im Gegensatz zu den Stämmen im Norden, die oft nur einen Lendenschurz als Bekleidung hatten, tragen die Rwang hier dicke Felle und festes Gewand aus Leder. Sie leben in Zelten oder bauen wettersichere Hütten aus Holz.

Auch die Whenuer haben sich über viele Generationen der rauen Gegend angepasst und einen widerstandsfähigen Menschenschlag hervorgebracht. In Linsar kann sich kaum jemand leisten, auf der faulen Haut zu liegen, egal ob Bürger oder Adeliger.

Geschichtliches:

Da die Besiedelung Whenuas vom Norden her erfolgte, wurde Linsar als letztes Quarter besiedelt. Zunächst war es ein Teil von Melvis, bevor unter dem Protector Borgus das Gebiet zwischen Choros und Ayworra in ein eigenes Quarter umgewandelt und einem Protector zugesprochen wurde. Das Land Petrovia war damals noch unbekannt und zählte zu der nach wie vor unerforschten Gebirgsmasse im Südwesten Whenuas.

Aufgrund seiner unwirtlichen Gegend war Linsar bis vor wenigen Jahren das ärmste Quarter Whenuas, und nur wenige Menschen wollten freiwillig dort leben. Stattdessen war es ein beliebter Fluchtort für Menschen, die sich bei der Gerichtsbarkeit unbeliebt gemacht hatten oder die aus anderen Gründen untertauchen wollten. Das mag auch der Grund sein, warum in Linsar die Diebesgilde so stark ist wie nirgends sonst.

Erst seitdem Canis Latrans Protector von Linsar wurde, bessert sich die Situation des Quarters zusehends. Obwohl Latrans weniger Steuern verlangt als je ein Protector vor ihm, scheint seine Staatskasse gut gefüllt zu sein. Allgemein wird das auf Canis’ intelligente Vermarktung von Bier aus Linsar zurückgeführt, dessen Export rasant gestiegen ist.

Hauptimport: Getreide, Stoffe, Wolle, Wein
Hauptexport: Bier, Erze, Felle, Leder

Religionen: Es gibt kaum Tempel in Linsar, nicht einmal in Venvicium. Die Menschen hier orientieren sich hauptsächlich an den Prinzipien. Im Jahre 210 a.p. gab Canis Latrans den Befehl zum bau des, bis jetzt einzigen, Allvater der Magie Tempels. Gerüchte weise heißt es das sich der Tempel von alleine gebaut haben soll

Handelsrouten: Der Nauca verbindet Venvicium mit Gradum und Ostarium. Über das Eismeer gibt es eine Verbindung nach Vaedergaelling, diese wird jedoch hauptsächlich durch die Vaedergaellinger selbst genutzt.

Militärstärke:

Da Linsar direkt an das feindliche Choros grenzt, hat es von allen Quartern das größte stehende Heer. In Venvicium gibt es eine große Kaserne, in der ständig neue Rekruten ausgebildet werden.
Die oberste Heerführerin, Minerva del Limar, gilt als strategisches Genie und enge Vertraute von Canis Latrans, obwohl sie bereits unter seinem Vorgänger gedient hat.
Besonders bekannt ist die Ehrengarde von Linsar, die bei den „Tagen der Tapferkeit“ für Recht und Ordnung sorgt.
Entlang der Grenze zu Choros gibt es viele Stützpunkte, die auch durch Centurien aus anderen Quartern besetzt werden, um die Grenze abzusichern.

Kultur:

Die rauen Menschen von Linsar haben kaum Sinn für feingeistige Unterhaltung in Theatern. Sie wissen zünftige Darbietungen am Jahrmarkt zu schätzen, lieben laute Lieder und Abende in der Taverne und finden Spaß an Unterhaltungen wie Armdrücken und Wettspucken.

Soziale Einrichtungen:

Es gibt ein Waisenhaus in Venvicium, das von Witwen verstorbener Soldaten betrieben wird. Das Waisenhaus finanziert sich ausschließlich durch Spenden und einen Etat, den der Protector zur Verfügung stellt.

Eine wichtige soziale Einrichtung ist das große, öffentliche Badehaus in Venvicium, das aus einer unterirdischen, heißen Quelle gespeist wird. Der Eintritt ist frei, und es gibt getrennte Bereiche für Männer und Frauen. Dieses Bad wird von den Einwohnern viel genutzt und ist ein wichtiges Zentrum für Klatsch und Tratsch.

Im krassen Gegensatz zu dem heißen Badehaus ist die Tradition an der Südküste, im Winter bei Minusgraden Eisbäder zu nehmen… zur Abhärtung.

Wissenschaftliche Einrichtungen:

Nicht nennenswert!

Gerüchte:

Es ist mehr eine Gewissheit als ein Gerücht: Canis Latrans hat ein stillschweigendes Abkommen mit der Diebesgilde getroffen. Selbst der rasant gestiegene Export von Bier erklärt nicht den wirtschaftlichen Aufschwung von Linsar. Die meisten Einwohner von Linsar stören sich jedoch nicht daran – im Gegenteil, die meisten beglückwünschen Canis insgeheim für seine kluge Entscheidung. Welcher Art das Abkommen ist, weiß natürlich keiner, obwohl jeder dazu eine eigene Theorie hat.

Im Jahr 207 wurden in Venvicium plötzlich Soldaten gesichtet, die zur Linsar Garde gehörten, aber eindeutig wie Kerdos aussahen. Dies rief kurzzeitig große Besorgnis hervor, doch inzwischen hat man sich an die seltsamen Soldaten gewöhnt. Man weiß, dass es tatsächlich Kerdos sind, die wohl übergelaufen sind, doch warum genau, weiß niemand. Auch hierüber kursieren die wildesten Gerüchte: eines besagt, dass die Überläufer von ihren eigenen Landsleuten verraten wurden und darum Fahnenflucht begangen haben; ein anderes: dass die Überläufer in Whenua vom Avatar des Wandlers berührt wurden und deshalb die Seiten gewechselt haben.

Ein Gerücht besagt, dass Canis der heimliche Liebhaber von Nita Ana ol Fer ist, und deshalb soviel Gehör beim Lordprotector findet.

Viele Gerüchte existieren über die Herkunft von Canis Latrans: Man sagt ihm nach, er stamme von den Rwang ab, aus dem Imperium oder gar dem Aquatide. Manche behaupten, er sei durch eines der Tore nach Whenua gekommen und stamme in Wirklichkeit gar von einer anderen Welt. Er soll Pirat gewesen sein, Schmuggler und Schatzjäger. Oder alles nacheinander.

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